Strategiebeschreibung
Vermögensverwalter die Long und Short Positionierungen eingehen, um von langfristigen Preistrends zu profitieren, werden als systematische Trendfolge-Fonds bezeichnet. Die Haltezeit variiert von Wochen bis zu einigen Monaten für mittelfristige Trendfolger, und von ein paar Monaten bis zu einem Jahr für „Langzeit Programme“.
Die Schlüsselanforderungen sind Liquidität, Diversifikation sowie Kapital- und Kosteneffizienz. Deshalb handeln diese Fonds Futures, Forwards und gelistete Optionen an den globalen Finanz- und Rohstoffmärkten. Märkte umfassen, Staatsanleihen, Zinsen, Aktienindices, Währungen und Rohstoffe. Globale Märkte haben das Potenzial, starke Trends zu entwickeln, auf die der Fondsverwalter setzen und so hohe Gewinne abschöpfen kann.
Die Fonds sind durch die staatlichen Aufsichtsbehörden derjenigen Märkte an welchen sie handeln, reguliert. Da der US Derivativ- und Wertschriftenmarkt dominierend ist - z.B. CME, CBOT, CBOE, NYMEX, NYSE oder AMEX – sind die meisten Fonds bei den folgenden Agenturen reguliert: Der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), der National Futures Association (NFA) und der Securities and Exchange Commission (SEC). Registrierungen sind möglich als Commodity Trading Advisors, Commodity Pool Operator oder Registered Investment Advisor.
Fonds können ein oder mehrere Handelssysteme verwenden, alle mit verschiedenen Algorithmen, die simultan oder einzeln, je nach Marktsituation, geschaltet werden können.
Die Vorgänger dieser Fonds waren in den 1970er Jahren hervorgekommen und durch das Aufkommen der technischen Analyse (bewegliche Mittelwerte, Dreiecke, Ausschläge, etc.) und der Etablierung von Rohstoff-Futures entstanden. Anfang der 80er Jahre erwirtschafteten diese Fonds das meiste Geld durch Positionierungen in Gold, in den späten 80ern durch Währungshandel und Anfang der 1990er Jahre durch Zins-Derivate. Heute sind Trends schwieriger zu orten, kürzer in der Dauer und ziehen aufgrund der grossen Anzahl Investoren und der Inderdependenzen an und zwischen den Märkten häufig starke Umkehrbewegungen mit sich. Die Fonds-Manager müssen deshalb laufend die Strategien verbessern und das Portfolio diversifizieren, in dem sie neue Märkte erschliessen.
Trends und Umkehrbewegungen werden durch statistische Auswertungen und Muster historischer Preise entdeckt. Die Modelle generieren Handelssignale, konstruieren optimale Portfolios und verwalten das vordefinierte Risikobudget. Die Systemparameter kontrollieren Kaufzeitpunkt, Gewinn- und Verlust-Stop Bandbreiten, Handelshäufigkeit, Kosten und Verhalten in gegenläufigem Umfeld, wie Marktausschläge oder Volatilitäts-Schocks.
Komplementäre Systeme wie Reversions-Modelle werden häufig zur Diversifikation benutzt oder auch zum Schutz von Trendpositionen.
Als Instrumente werden Futures eingesetzt, die den Vorteil haben, dass sie liquide sind, geringe Handelskosten verursachen und ein geringes Erfüllungsrisiko aufweisen. Da die meisten Futures sehr liquide sind, können Stop-Loss-Limiten einfach umgesetzt werden. In Form von Managed Accounts bieten diese Fonds dem Clearing Broker hohe Transparenz hinsichtlich der Positionen. Der grosse Nachteil von Investments in CTAs ist, dass diese Fonds ausnahmslos „Black-Boxes“ darstellen. Ob Trendfolger oder statistischer Händler, beide sind nicht bereit, detaillierte Informationen zu ihrem System den Investoren oder Brokern offenzulegen, da sie aufgrund jahrelangem Research statistisch signifikante Marktmuster entdeckt haben, die sie der Konkurrenz nicht preisgeben wollen.
Handelsbeispiele
- Die meisten CTAs handeln 40-80 verschiedene Futures an verschiedenen Terminbörsen in den US, Europa oder Asien. Sie benutzen jeweils dasselbe System für die Regionen, da diese ähnliche Preismuster aufweisen. Einige CTAs handeln keine Aktienindex-Futures, weil sie keine profitablen Preismuster gefunden haben. Üblicherweise hält ein CTA Fonds einen grossen Teil seines Vermögens im Geldmarkt oder Staatsanleihen und investiert nur 10-35% (Margin-to-Equity) in Futures.
Kategorien
- Horizont – Trendfolgend mit unterschiedlichen Zeitrahmen
- Märkte – Diversifiziert oder Anlageklasse-spezifisch (z.B. Rohstoffe, Währungen)
- Model – Einzelnes oder mehrere Systeme
Renditetreiber
- Märkte mit Trends unterschiedlicher Zeitrahmen (Kurz-, mittel-, Langfristige Trends) sind vom ausgewählten Modell abhängig.
Risiken
- Märkte ohne klare Trends
- Abrupte Trendwechsel
- Risiko Limite und systematische Strategien sind nicht in allen Marktphasen geeignet (irrationale Märkte)
- Fremdkapital (Leverage)
- Übermässiges Vertrauen in die statistische Qualität des Models’ Renditeverteilung basierend auf Backtests oder historischer Rendite
- Ineffiziente Kostenstrukturen
Risiko- / Renditeprofil
- Typische erwartete Rendite p.a.: 15-30%
- Typische erwartete Volatilität p.a.: 15-30%
Korrelationen
- Typische Korrelation zu Aktien: -0.5 to +0.5
- Typische Korrelation zu Obligationen: -0.5 to +0.5



