Investment-Strategien / Strom- & Energiehandel

Strategiebeschreibung
In dieser relativ neuen Strategie handeln Hedgefonds Elektrizität (Energie) in den deregulierten Märkten in Europa, Skandinavien und den USA. Im Weiteren werden auch die Emissionsmärkte, die in Europa und den USA in den letzten Jahren entstanden sind, gehandelt. Ineffizienzen sind die Hauptrenditetreiber dieser Strategie, die aufgrund der jungen Märkte und der noch unerfahrenen Marktteilnehmer vorherrschen. Der Handel von Elektrizität in Europa zum Beispiel ist erst seit 1990 möglich, als Erstes in den UK, gefolgt 1993 mit der Einführung des Nordpool-Marktes für die skandinavische Region. Im Weiteren verfügen die meisten EU-Staaten über deregulierte Strommärkte. Das Europäische Emissionshandelssystem (European Emissions Trading Scheme) wurde 2005 umgesetzt und dient als Benchmarkpreis für CO2-Emissionen. Die USA hat kein solches System umgesetzt, handelt aber aktiv SO2- und NOx-Emissionen und steht unter emotionalem Druck, die Energieemissionen zu regulieren und zu bewerten.
Schlüsselfaktoren die den Energiepreis beeinflussen, sind u.A. das Wetter (Einfluss auf die Nachfrage), verfügbare Leitungskapazitäten, Angebotsverwerfungen aufgrund von Unterhaltsarbeiten oder unerwarteten Ausfällen, Kraftstoffpreisbewegungen (typischerweise Gas und Kohle). Diese Faktoren können zu extremen Preisverwerfungen und hoher Volatilität führen. Die Einzigartigkeit, dass Elektrizität nicht gespeichert werden kann, vergrössert diesen Effekt, und so kann die Volatilität auf über 400% steigen. Emissionspreise müssen zu den Energieherstellkosten dazugezählt werden und sind somit mit den einzelnen Energierohstoffen eng verbunden. Zum Beispiel kann sehr trockenes Wetter in einigen Ländern dazu führen, dass wenig Wasserkraftstrom produziert wird und durch erhöhten Einsatz von Kohlekraft ersetzt werden muss. Dies würde zu einer erhöhten Nachfrage nach Emissionsrechten führen und könnte so deren Preis beeinflussen.
 
Handelsbeispiele
  • Time Spreads – Anwendung fundamentaler Modelle, die Signale hinsichtlich unter- oder überbewerteter Kontrakte produzieren, z.B. Angebot und Nachfrage während bestimmten Zeiten der Saison, Kraftstoffangebotausfälle oder Veränderungen grenzüberschreitender Handelsströme
  • Location Spreads – Handel der verschiedenen Märkte (Länder) und deren Unterschiede in der Energieproduktionsmatrix.
  • Inter-Commodity Spreads – Spark-Spread (Gas vs. Elektrizität) oder Dark-Spread (Kohle vs. Elektrizität); bzw. Clean-Spark-Spread (Gas und Emissionsrechte vs. Elektrizität) und Clean-Dark-Spread (Kohle und Emissionsrechte vs. Elektrizität)
  • Handel von Übertragungsrechten
  •  „Kauf und Halte“-Strategie von Emissionsrechten mit der Hoffnung, dass der politische Einfluss eine Preisuntergrenze für den Preis von Emissionsrechten sicherstellt
Kategorien
  • Direktional (Preis- und Volatilitätsmeinungen)
  • Spreads – Kalender, Location, Intermarkt, Inter-Commodity.
  • Langzeitansichten in Bezug auf Marktentwicklungen (z.B. regulatorisch)
  • Fundamentale Preismodellierung
Renditetreiber
  • Angebots- und Nachfrageveränderungen aufgrund von Wettereinflüssen, physischen Produktionsabweichungen oder Verteilungsproblemen (Leitungsstau)
  • Umfangreiche Erfahrungen in diesen Märkten sind unabdingbar, um Preisveränderungen richtig abschätzen zu können.
  • Intermarktbeziehungen zwischen den einzelnen Energiemärkten wie Öl, Gas, Elektrizität etc.
  • Strukturelle Ineffizienzen in neuen Märkten
Risiken
  • Extrem hohe Volatilität
  • Eingeschränkte Liquidität in wachsenden Märkten
  • Bonitätsrisiken bei Gegenparteien
  • Regulatorische Veränderungen und politische Beeinflussung
  • Irrationales Preisverhalten in wenig entwickelten Märkten
Risiko- / Renditeprofil
  • Typische erwartete Rendite p.a.: 15-20%
  • Typische erwartete Volatilität p.a.: kann stark variieren und vereinzelt über 35% sein
Korrelationen
  • Typische Korrelation zu Aktien: sehr tief
  • Typische Korrelation zu Anleihen: sehr tief