Investment-Strategien / Volatilitätshandel

Strategiebeschreibung
Die meisten Investoren sehen Volatilität nicht als eigene Anlageklasse, sondern vielmehr als eine Eigenschaft eines Wertpapiers. Wandelanleihen- und Options-Arbitrageure nutzen Volatilität als eigene Anlageklasse, in dem sie Fehlbewertungen ausnutzen. Diese Strategie ist in der Regel neutral hinsichtlich des Marktrisikos des unterliegenden Instruments (delta risk). Wandelanleihenarbitrageure kaufen implizierte Volatilität der Instrumente, welche im Vergleich zur historischen Volatilität günstig ist. Falls die realisierte Volatilität höher ist, wird der Manager mittels Gamma-Trading von den Fehlbewertungen profitieren, in dem er die Aktienabsicherung dem sich verändernden Delta bei Preisbewegungen anpasst. Weitere Strategien rund um Wandelanleihen sind das Kaufen von attraktiven Neuemissionen am Primärmarkt, Handel der technischen vertraglichen Schutzklauseln wie beispielsweise Vereinbarungen für den Fall einer Übernahme oder Kreditwetten.

Volatilität ist die Preisfluktuation um den Mittelwert in einer bestimmten Zeitspanne. Es wird durch die Beobachtung historischer Preisbewegungen gemessen. Das Volatilitätsniveau ist entscheidend für den Optionspreis. Die implizite Volatilität eines Derivates ist die vom Markt prognostizierte zukünftige Volatilität des unterliegenden Wertpapiers und kann als Optionspreis interpretiert werden. Volatilitätshändler benutzen Derivative auf Einzelaktien, Aktienindices, Anleihen, Zinsen, Währungen und Rohstoffen.
 
Handelsbeispiele
  • Direktionale Marktmeinungen zur Volatilität: Vermögensverwalter nutzen Long- und Short-Positionen in Optionen, um ihre Meinung zur zukünftigen Volatiliät direktional auszudrücken.
  • Relative Value Volatilitäts-Trades: Optionsarbitrageure nutzen Optionen auf zwei verschiedene Aktien aufgrund einer fundamentalen Einschätzung der Volatilität beider unterliegenden Instrumente. Eine typische Strategie ist eine Long-Position auf einer risikoreichen Aktie und eine Short-Position auf eine relativ sichere Aktie desselben Sektors. Die Erwartungshaltung, welche in einer derartigen Positionierung zum Ausdruck kommt, ist, dass Unternehmensnachrichten, die die Volatilität der Long Position erhöht, während die Short Position dazu dient, sektorweite Ereignisse mit Einfluss auf die Volatilität abzusichern.
  • Term-Structure-Trades der impliziten Volatilität: Die Term-Structure der Volatilität wird durch verschiedene implizite Volatilitäten verschiedener Verfallsdaten des gleichen unterliegenden Instruments gehandelt. Die Form der Zeitstruktur wird durch Angebot und Nachfrage der spezifischen Verfalldaten der Optionen und aufgrund von Ereignissen beeinflusst. Ein Fonds mit einer konträren Meinung der zukünftigen Volatilität kann durch einen Relative-Value-Trade mit einer neutralen Positionierung seine Position absichern.
  • Schiefestruktur (skew structure) der impliziten Volatilität: Händler können auch auf relative Niveaus der impliziten Volatilitäten der verschiedenen Strike-Preise desselben unterliegenden Instruments setzen. Die Positionen werden typischerweise auf einer Realtive-Value Basis gehandelt.
  • Dispersion Trades: Hier werden die Volatilität eines Index und die Volatilitäten der zugrundeliegenden Indexbestandteile gehandelt. Beide sind durch die Korrelation der Basiswerte voneinander abhängig. Der Händler sucht Fehlbewertungen der Indexoptionen relativ zu den Optionen auf die zugrundeliegenden Bestandteile des Index, typischerweise umgesetzt durch Long-Positionen auf die Volatilität der Indexbestandteile und eine Short-Position auf die Volatilität des Index. Da grosse Investoren häufig Indexoptionen als Absicherung nutzen, entstehen Opportunitäten, aufgrund der relativen Preiserhöhung dieser Indexoptionen.
Produktinnovationen wie Varianz Swaps haben es den Vermögensverwaltern ermöglicht, eine grössere Anzahl Instrumente einsetzen zu können. Ein kritischer Punkt für den Erfolg einer Handelsposition die Höhe der Transaktionskosten, da diese die Arbitrage-Gewinne verwässern.
 
Kategorien
  • Volatilität vs. Kredit-fokussierte Fonds
  • Fundamentale vs. Quantitative Fonds
  • Direktionale vs. Relative Value Fonds
  • Intra-Markt (wie auschliesslich Aktien) vs. Inter-Markt Fonds (wie Anleihen vs. Aktien Volatilität)
  • Ausschliesslich US vs. weltweite Arbitrageur 
Renditetreiber
  • Volatilitätslevel: Ein höheres Volatilitätslevel erhöht die Opportunitäten
  • Gamma Trading
  • Carry Trades
  • Fundamentale Marktmeinungen
  • Unternehmensereignisse wie Übernahmen
  • Verfügbarkeit verschiedener Instrumente
  • Tradingkosten
Risiken
  • Nicht voll abgesichertes Aktienexposure
  • Unerwartete Rückrufe geliehener Basiswerte
  • Kreditrisiko
  • Hoher Fremdkapitaleinsatz um geringe Arbitrageopportunitäten auszunutzen
  • Modellrisiko durch quantitativen Charakter der Strategie
  • Exposure zu Risiken von Unternehmensereignissen
  • Absicherung von unterliegenden Marktrisiken unter der Annahme von ständigen Anpassungen
Risiko- / Renditeprofil
  • Typische erwartete Rendite p.a.: 8-15%
  • Typische erwartete Volatilität p.a.: 8-12%
Korrelationen
  • Typische Korrelation zu Aktien: tief
  • Typische Korrelation zu Obligationen: tief